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Trialog-Woche in Namur und Eupen zum Thema "Abhängigkeiten"
Zielsetzungen dieses Austausches sind:
1. Austausch zwischen den 3 Gemeinschaften
Hauptziel der Woche ist es, einen Austausch zwischen den Studenten und den Dozenten der drei Gemeinschaften des Landes zu ermöglichen. Die Studenten und Dozenten knüpfen Kontakte, sie lernen sich kennen und respektieren.
Die Studenten haben die Möglichkeit:
Die Deutschsprachige Gemeinschaft, die Französischsprachige Gemeinschaft sowie die Flämische Gemeinschaft kennen zu lernen und dies in Bezug zu den unterschiedlichen Abhängigkeiten.
Eine andere Kultur kennen zu lernen,
Sich in einer anderen Sprache zu verständigen und diese zu perfektionieren,
Andere Leute kennen zu lernen, Freundschaften zu schließen,
Eine andere Ausbildung kennen zu lernen und deren Unterschiede heraus zu kristallisieren
Die Fähigkeit zu entwickeln, in einer Gruppe zu arbeiten.
2. Erlangen von theoretischen und praktischen Kenntnissen bei Alkoholabhängigkeiten, Drogenabhängigkeiten, Essstörungen
Der Student sollte erlernen wie man einen wertfreien Umgang mit diesen Personen haben kann.
Angestrebte Unterrichtsergebnisse:
Der Einblick in die verschiedenen Abhängigkeiten, deren Behandlungsstrategien, gibt dem Studenten die Möglichkeit einen adäquaten Umgang (ohne Vorurteile und wertfrei) mit abhängigen Personen zu erlernen.
In zwangloser außerschulischer Umgebung sollen die Studenten die Landessprachen näher kennen lernen, dadurch werden sprachliche Hemmschwellen und Vorurteile abgebaut.
3. Kulturaustausch
Das kulturelle Programm soll dem Studenten typische Sehenswürdigkeiten der beiden Regionen näher bringen und ihm ermöglichen Menschen anderer Sprachen kennen zu lernen.
Daher wurde Folgendes angeboten: Stadtrundgang in Namür und eine Vennwanderung in Begleitung von einem Vennführer.
Programm der Woche:
• Am 1. März fuhren 8 Studenten des Fachbereichs Gesundheits- und Krankenpflegewissenschaften der Autonomen Hochschule in der Deutschsprachigen Gemeinschaft mit dem Zug nach Namür und wurden dort von Studenten der selben Fachrichtung aus Namür und Gent empfangen.
Nach einer kurzen Vorstellung der 3 Schulen und 3 Gemeinschaften wurden die Studenten in sprachlich gemischten Gruppen eingeteilt, in denen sie sich näher kennenlernen sollten. Sie wurden zu einer Literaturrecherche zum Thema der Woche, die Abhängigkeiten, angeleitet. Die Studenten suchten Antworten zu konkreten Fragen, um so allgemeine Kenntnisse zur Drogenabhängigkeit, Alkoholabhängigkeit und Essstörungen zu erlangen.
Nach getaner Arbeit besichtigte die Gruppe die Stadt und anschließend konnte der Abend in gemütlicher Runde ausklingen.
• Am nächsten Morgen präsentierten die verschiedenen Gruppen die Ergebnisse ihrer Literaturrecherche.
Die Drogenabhängigkeit sollte jetzt näher beleuchtet werden. Hierzu führte eine Krankenpflegerin die Studenten dann in ihre Berufswelt als Sozialpflegerin in dem Suchtzentrum „ Phenix“ ein.
In diesem Zentrum werden konsumierende Drogenabhängige von 9.00 – 17.00 Uhr betreut mit dem Ziel der Resozialisierung.
Dieses Zentrum wurde im Nachmittag dann auch besichtigt und die Studenten hatten dort die Möglichkeit, sich ein genaues Bild über die Arbeit in solch einem Haus zu machen.
• Ab Mittwoch fand das Programm des Trialogs in Eupen statt.
Hauptthemen waren die Themen Essstörungen und Alkoholabhängigkeit.
Frau Rauw, systemische Verhaltenstherapeutin des SPZ, hielt einen Vortrag über ihre Arbeit mit Patienten, die an einer Essstörung leiden.
Nachmittags wurde in Begleitung einer Mitarbeiterin der ASL ein Coffee-Shop in Maastricht besichtigt. Hier wurden die unterschiedlichen Produkte gezeigt und man konnte sich einen Einblick in die Konsumwelt verschaffen. Auch erhielt man Informationen zur Drogenpolitik der Niederlande.
• Der Donnerstagmorgen war dann wieder mehreren Vorträgen gewidmet, so hielt der Psychiater Dr. Lohmann einen Vortrag zur Alkohol- und Medikamentenabhängigkeit. Wirklich fasziniert waren die Studenten aber von den Erlebnisberichten mehrerer Zeugen, die aus ihrem Leben berichteten. So erzählte ein noch jugendlicher Vater, von seiner Heroinsucht und seinen Versuchen diese Sucht zu überwinden. Ebenfalls schilderte eine Mutter ihre Erlebnisse mit ihrer Heroinabhängigen Tochter. Ein jetzt trockener Alkoholiker teilte seine Erfahrungen den Studenten offen mit.
Frei nach dem Motto ein gesunder Geist in einem gesunden Körper, hieß es dann im Nachmittag „Wanderschuhe an und ab ins Venn“.
In einer geführten Wanderung wurde die Einzigartigkeit des Naturparks den Studenten nähergebracht.
Abends wurde dann noch im Landhaus Kettenis gemeinsam gegessen bevor die Eupener Studenten ihren Gästen das Nachtleben in Eupen zeigten, was zugegebenermaßen an einem Donnerstag nicht sehr üppig ist, trotzdem warfen die Studenten alles trennende über Bord und amüsierten sich gemeinsam bis in die frühen Morgenstunden.
• Am letzten Tag fuhr die Gruppe nach Malmedy ins Centre de cure et de postcure „Les Hautes Fagnes“. Das ist ein Zentrum indem Suchtpatienten nach einer Entziehungskur sich einer psychosozialen Rehabilitation unterziehen , in der sie lernen, ihre Probleme zu benennen und wieder ein geregelten Tagesablauf zu leben.
Gegen Mittag verabschiedeten sich dann die Studenten voneinander und eine Woche des regen Austausches war viel zu schnell zu Ende gegangen.