Externe Evaluation von Schulen in der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens

Im Grundlagendekret vom 31. August 1998 ist in Kapitel VII neben der internen Evaluation die externe Evaluation der Schulen als wesentliche Elemente zur Entwicklung von Unterrichts- und Schulqualität beschrieben.

Seit der Einführung der Externen Evaluation im Jahre 2007 sind alle Schulen in der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens einmal extern evaluiert worden.

Ab Januar 2016 wird das Verfahren der Externen Evaluation in der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens maßgebliche Veränderungen erfahren. Entscheidende Begründung für die Neuausrichtung der Externen Evaluation ist, das Verfahren stärker aus der Sicht der einzelnen Schulen zu denken und die Eigenverantwortung der Schule zu stärken. Die Schule wird früh in den Evaluationsprozess einbezogen; sie gestaltet ihre Externe Evaluation organisatorisch und inhaltlich aktiv mit. Sie entscheidet mit über den Zeitraum des Schulbesuchs, der den Stand des Schulentwicklungsprozesses berücksichtigt.

Im Orientierungsrahmen Schulqualität wird erläutert und definiert was Unterrichts- und Schulqualität ausmacht. Damit bietet er den Schulen Orientierung und Hilfestellung in Form konkreter Anhaltspunkte für die eigene Schul- und Unterrichtsentwicklung. Zu den verpflichtenden Kriterien des Orientierungsrahmens Schulqualität können weitere ergänzende Kriterien im Rahmen eines schulspezifischen Prüftableaus vereinbart werden.

Selbststeuerung, Transparenz und Nachhaltigkeit sind die Grundpfeiler der neu ausgerichteten Externen Evaluation, die auf das frühe Zusammenwirken von Schule, Schulinspektion, Schulentwicklungsberatung, Fachberatung an der AHS und Fortbildung setzt. Ziel ist es, über die frühe aktive Einbindung schulischer Gruppen zu einer nachhaltigen Qualitätssicherung in Schule zu gelangen.

Die Schule erhält als Grundlage für die weitere schulische Entwicklung einen Evaluationsbericht mit den Ergebnissen der Externen Evaluation. In einer Feedbackkonferenz erläutert das Evaluationsteam der Schule noch einmal Daten, Aussagen und Impulse des Evaluationsberichtes. Die Schule hält ihre Fragen vorab in einem Rückmeldeprotokoll zum Berichtsentwurf fest.

Folgende Veränderungen werden umgesetzt:

  • Die neu ausgerichtete Externe Evaluation ist in zwei Phasen gegliedert: eine Vorphase und eine Hauptphase. Beide Phasen sind durch Transparenz, Partizipation und Kooperation gekennzeichnet. Die Vorphase mit den Modulen Vorgespräch und Abstimmungsgespräch dient der Planung und Vorbereitung der Hauptphase. In der Hauptphase finden die Analyse der schulischen Dokumente und der mehrtägige Schulbesuch mit Interviews schulischer Gruppen und Unterrichtsbeobachtungen statt sowie die Feedbackkonferenz.
  • Der Umfang der von der Schule einzureichenden Dokumente ist deutlich reduziert worden. Die Schule reicht fünf Dokumentensätze im Schulportfolio ein: das Schulprojekt, den aktuellen Stand ihres Schulentwicklungsplans, den aktuellen Stand ihres schulinternen Curriculums, die schulinternen Vereinbarungen zur formativen und normativen Bewertung sowie das Fortbildungskonzept.
  • Der Einsatz eines neuen Unterrichtsbeobachtungsbogens, der eine konkrete und nachvollziehbare Rückmeldung an die Schulen ermöglicht. Die Indikatoren des Unterrichts werden vom Evaluationsteam mit „trifft zu“ oder “trifft nicht zu“ bewertet. “Trifft zu“ bedeutet dabei immer „trifft in guter Qualität zu“. „Trifft nicht zu“ bedeutet entweder „nicht beobachtbar“ oder „beobachtet aber in unzureichender Qualität“.
  • Sechs Wochen nach Erhalt des Berichtsentwurfs findet eine Feedbackkonferenz statt. Zu diesem Gespräch lädt die Schulleitung ein. Das Dokument „Rückmeldeprotokoll zum Berichtsentwurf“ dient der Vorbereitung auf diese Feedbackkonferenz.
  • Das Verfahren zur Auswahl von Schulen für die Externe Evaluation wird erweitert. Vorrangig werden zunächst die Schulen besucht, in denen eine Nachevaluation aus dem ersten Durchlauf der externen Evaluation noch aussteht. Darüber hinaus erhalten künftig Schulen auch die Möglichkeit, sich für eine Externe Evaluation zu melden.
  • Es wird zwischen verpflichtenden und ergänzenden Kriterien des Orientierungsrahmens Schulqualität unterschieden. Die Auswahl der ergänzenden Kriterien wird von der Schule mitbestimmt. Die bisherige Aspektbewertung entfällt.
  • Da eine Vertretung der Elternschaft am Abstimmungsgespräch teilnimmt und im „Materialpaket für Schulen“ ein Entwurf für eine fakultative, schulintern durchzuführende Elternbefragung enthalten ist, entfällt die vom Team der Externen Evaluation bisher durchgeführte schriftliche Elternbefragung.

18.09.2017:

WICHTIGER HINWEIS:

Aufgrund der Weiterentwicklung des Orientierungsrahmens Schulqualität (ORS) gelten alle Downloads nur noch für die Schulen, die nach dem ORS (Version Januar 2016 mit gelb und grau hinterlegten Kriterien) extern evaluiert werden.

  • Der aktualisierte ORS sowie die angepassten Dokumente werden zeitnah veröffentlicht werden.




Titel: Adressen und Ansprechpartner
Alain Goor
Externe Evaluation
Tel.: +32 (0) 472 46 40 08
Emailadresse goor.alain@ahs-dg.be
Isabelle Müllender
Externe Evaluation
Tel.: + 32 (0) 87 59 05 08
Emailadresse muellender.isabelle@ahs-dg.be